Sascha Sanders - Life-Coachings und Körpersprache-Training

Kannst Du dich noch an deine Kindheit erinnern?

Die Zeit in der Schule und deine Mitschüler, wie sie nach und nach alle ihren Charakter entwickelten? Die Freunde aus der Sandkiste teilten sich in Cliquen auf – „die Ruhigen“, „die Lustigen“, „die Komischen“ und noch andere Namen, die uns spätestens in amerikanischen Teenie-Filmen wiederbegegnen.

Jeder von ihnen entwickelte nach und nach seine eigenen Charakterzüge. Alle zeigten ihr ganz eigenes Temperament – das wiederum bildet den Grundstein der Persönlichkeit. Temperament ist die Bezeichnung für unsere Stimmungen, unseren Antrieb und unser emotionales Verhalten. Persönlichkeit ergänzt das Temperament um das eigene Selbstverständnis zur Individualität unseres Ichs.

Vieles davon ist schon in unseren Genen festgeschrieben, manches davon wird durch unsere Umwelt hervorgebracht oder geformt.

Natürlich geht deine Entwicklung nach der Schulzeit weiter. Wenn gesundheitliche Aspekte dem nicht entgegenstehen, tut das jeder Mensch. Unsere Umwelt – also der Freundeskreis, die Arbeit und unsere Familie fordern und fördern ganz unterschiedliche Charakterzüge.

Nehmen wir mal an, du hättest ein Kind. Du würdest vermutlich anders mit deinem Kind sprechen, um ihm dieses „leckere Gemüse“ schmackhaft zu machen, als du in einem Pitch den neuen Großkunden von deinem Angebot überzeugen wirst.

Nehmen wir weiter an, du warst schon zu Schulzeiten eher einer von den Ruhigen, so wirst du heute auch eher zu einem ruhigen Urlaub mit einem Buch tendieren, als aus intakten Flugzeugen zu springen und dein Leben an den sprichwörtlichen seidenen Faden hängen.

Ich habe es getan und es war eine absolut atemberaubende Erfahrung. Meine Eltern, insbesondere meine Mutter, standen für mich stellvertretend kurz vor der Ohnmacht. Gleiche Gene aber absolut verschiedene Charaktere, auch wenn ich „eher nach meiner Mutter“ komme.

Wer hier etwas mehr wissen möchte, dem sei an dieser Stelle das Wort „Sensation Seeking“ und eine Suchmaschine der Wahl ans Herz gelegt.

Menschen sind verschieden. Die einen sind introvertiert und die anderen extravertiert. Manche sind emotional, manche rational. Das Gegenteil von emotional ist übrigens nicht automatisch irrational. Es gibt analytische und intuitive Persönlichkeiten. Die Kunst ist, alle da abzuholen, wo sie wirklich stehen.

Diese Liste ließe sich noch lange weiterführen. Worauf ich hinaus will, ist, zu welchem Typ Mensch gehörst du? Irgendwie bist du von allem etwas? Es kommt darauf an?

Spannend ist, dass wir nicht nur eine Persönlichkeit sind. Tatsächlich schlummern in uns mehrere Anteile, die je nach Situation das Steuer übernehmen. Oft absolut unbewusst. Ähnlich wie im Theater, es spielt sich hinter den Kulissen viel mehr ab, als auf der Bühne.

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Auch was wir am meisten sind, sind wir nicht immer.

Marie von Ebner-Eschenbach

Stress und die Leistungskurve

Es steht außer Frage, dass du in der Lage bist, Dinge zu vollbringen, die nicht deinem Wesen entsprechen. Den Unterschied macht am Ende der Puls. Schlägt dir dein Herz bis zum Hals, versucht dein Körper dir etwas zu sagen. Moderate Aufregung ist normal und wichtig. Heute weiß man, dass zu viel und zu wenig Aufregung (Arousal) sich negativ auf unsere Leistungen auswirkt. 

Das Level wie hoch das Arousal sein kann, ist individuell, das liegt an den Eigenschaften, die dein Wesen besonders prägen.

 

Ohne Frage können sowohl analytische als auch impulsive Menschen eine großartige Keynote halten. Am Ende liegt der Unterschied aber wieder darin, wie es Dir damit geht. Der analytische, vielleicht noch introvertierte Mensch wird die Keynote auf die Sekunde genau beenden und froh sein, wieder seine Ruhe zu haben.

Die impulsive, extravertierte Persönlichkeit wird aber mit deutlich mehr Energie auf der Bühne und im Rampenlicht stehen und es voll auskosten – und die Zeit ziemlich sicher überziehen.

Spannend wird es, wenn diametrale Persönlichkeiten miteinander kommunizieren. Missverständnisse sind vorprogrammiert. Emotionale Kompetenz an dieser Stelle hilft Rede – oder Gedankenpausen auch als ebendiese zu verstehen und nicht als Ende der Ausführung.

Wer lange nachdenkt, ist nicht dumm, weil er lange denken muss. Die Gedanken sind einfach komplexer und die Verarbeitung geschieht rational. Gleiches gilt auch für emotionale Typen. Nur weil nicht jede Information bis ins Detail analysiert wird, sagt das nicht über die Intelligenz aus. Wichtig ist, Menschen an dieser Stelle nicht in Schubladen zu stecken.

 

Was möchte ich Dir damit sagen?

 

Je länger du dich in einem Bereich bewegst, der nicht deinen Kerneigenschaften entspricht, desto mehr Stress setzt du dich und deinem Körper aus. Höre auf deinen Körper und achte darauf, wie du dich fühlst.

Wenn du deiner Persönlichkeit folgst, wird dir einiges viel leichter fallen. Setze deine Ziele also mit Bedacht und erweitere deine Komfortzone Stück für Stück. Entwicklung ist ein Marathon und kein Sprint.

Menschen, die Signale ihres Körpers nicht wahrnehmen oder sie ignorieren landen oft in der Falle: Depressionen oder Burn-Out.