Coaching ist die Hilfe zu Selbsthilfe. In einem Coaching geht es vereinfacht darum, Menschen zu unterstützen Ressourcen zu aktivieren, die schon da sind und innere Barrieren zu überwinden. Darüber hinaus neue Perspektiven und Sichtweisen zu eröffnen.

Voraussetzung ist also, dass Coachees in der Lage sind, sich selbst zu steuern und sich sauber zu reflektieren. Zwei grundlegende Aspekte möchte ich hier näher erläutern.

Generell bin ich überzeugt, dass jeder Mensch durch gutes Coaching nachhaltig profitieren wird.

Die Frage ist: Woher kommt die Motivation, ein Coaching zu besuchen und ist eine Psychotherapie nicht der nötige Schritt.

Grenzen findet Coaching unter anderem da, wo die Fähigkeit zur Selbststeuerung nicht (mehr) da ist.

 

Jede Person, die an einer Angststörung leidet oder einmal eine Panikattacke hatte, wird bestätigen, dass Selbststeuerung in der Situation keine Fähigkeit ist, die zur (vollen) Verfügung steht. Insgesamt sollten Menschen mit psychischen Störungen sich in eine Psychotherapeutische Behandlung zu geben.

Ein Mentor oder Coach ist eine Person, die dich dabei unterstützt, dein volles Potential zu erreichen, selbst wenn du glaubst, dass du dich nicht weiter verbessern kannst.

– Ace McCloud

Kurz: Ohne die Fähigkeit der Selbststeuerung ist ein Coaching nicht möglich

Ein Coach darf weder Diagnosen stellen noch ein Heilversprechen geben. Geschweige denn Medikamente verschreiben.

Allerdings kann ein Coaching, in enger Absprache mit dem behandelnden Therapeuten, begleitend zur Therapie Sinn ergeben.

Allerdings sollte nicht verschwiegen werden, dass Coaching viele Tools und Konzepte aus der Psychotherapie übernommen hat. Natürlich unterscheidet sich die Vorgehensweise, sodass mal mehr und mal weniger Anteile davon vorkommen. Gemeinsam haben sie, dass sie den Coachees mitunter viel abverlangen.

Es ist manchmal nicht leicht den „inneren Schweinehund“ zu überwinden. Es lohnt sich allemal. Das kann ich aus Erfahrung und Überzeugung sagen.

Motivation für das Coaching?

Eine Grundregel ist, kein Coaching ohne Auftrag! Und dieser Auftrag sollte vom Coachee selbst kommen. Druck von außen beispielsweise durch den Chef oder Geschäftspartner ist nicht die Art Motivation, die es benötigt.

 

Denkbar ist jedoch, dass im (Erst-)Gespräch tatsächlich ein Thema gefunden wird, dass gecoacht werden kann – dann hätte man den Schritt zur inneren (intrinsischen) Motivation geschafft. Der oder die Coachee kommt aus der ablehnenden Haltung heraus, hinein in die Rolle des aktiven Mitgestaltens.

Sobald der Klient einen Nutzen für sich selbst erkannt hat, ist auch die Aussicht auf Erfolg realistisch. Mit erkannten Themen und Bedürfnissen, kann eine Zielklärung erfolgen.

Ohne diese Motivation ist es wahrscheinlich, dass ein Coachee viel nur Vorgeben wird, um die Sitzungen „hinter sich zu bringen“. Eine echte Wirksamkeit ist dann leider nicht gegeben – die Sitzungen im schlimmsten Fall verschwendete Zeit. Glücklicherweise ist aber der Haltungswechsel deutlich häufiger, als dass es bei der Ablehnenden Haltung bleibt.

Wirkt Coaching?

Ja. Es wirkt, das unterstreichen auch die Ergebnisse aus aktuellen Forschungen und Studien.

Es gibt eine Vielzahl an Faktoren, die beim Gelingen eine Rolle spielen. Hier findest du eine Auswahl, die sich in meiner Praxis als besonders bedeutsam herausgestellt haben:

  1. Coach-Klient-Beziehung
    Ein wesentlicher Teil trägt eine gute Beziehung, die auf Empathie und Vertrauen beruht, bei.
  2. Zielklärung
    Eine genaue Beschreibung des angestrebten Ziels ist wichtig.
  3. Zeit
    Veränderung braucht Zeit, das gilt für die Sessions an sich. Insbesondere aber für die Dauer des Coachings. Über Nacht wird keine dauerhafte Veränderung herbeigeführt werden können.
  4. Ressourcenaktivierung
    Externe und interne Ressourcen entdecken und nutzbar machen.
  5. Wertschätzende Neutralität
    Coaches übernehmen eine neutrale, nicht wertende Rolle. Die Rolle des Nicht-Wissens.
  6.  Verschwiegenheit
    Coaches unterliegen nicht der Schweigepflicht, wie es Therapeuten oder Ärzte tun. Da aber auch Coaches oft tiefgreifende Geheimnisse erfahren, ist (für mich) Verschwiegenheit selbstverständlich. Dafür gibt es auf Wunsch eine Vertraulichkeitserklärung, gerne auch schriftlich.

Was ist für dich wichtig?

Coaches, die trotz deutlicher Anzeichen einer psychischen Erkrankung die Sitzungen unverändert fortführen, können eine ernsthafte Gefahr darstellen.
Es gilt Klienten nicht hängenzulassen, sondern dabei zu unterstützen Hilfe von geeigneten Stellen zu bekommen und diese zu unterstützen, diesen Weg auch wirklich zu gehen. Das ist Teil der Verantwortung, die Coaches gegenüber ihrer Klienten haben.

Es gehört dazu, dass ein Coaches klären, ob ein Coaching überhaupt möglich ist.

Solltest Du das Gefühl haben, einmal mit jemandem reden zu wollen oder brauchst Hilfe, im Umgang mit Personen, die dir nahestehen, findest du zum Beispiel unter folgendem Link Unterstützung.
https://www.psychenet.de/de/hilfe-finden/schnelle-hilfe/soforthilfe.html